Mittwoch, 26. Dezember 2007

Weihnachten zuhause ohne Vera...

... sah übrigens etwas besinnlicher aus als hier bei uns in Japan...

Ernst und "die Kurzen"








Manchmal haben sie sich sogar lieb ;-)
Scherz, haben sie natürlich immer.










Ohoh, das Christkind war da...











Es gab sogar Geschenke aus Japan, wollte ich an dieser Stelle mal erwähnen

Bonenkai

Gestern Abend haben wir uns mit dem German Circle zum traditionellen Bonenkai getroffen. Eine gute Erläuterung hierzu habe ich auf der Seite der japanischen Botschaft gefunden:

Bonenkai, wörtlich übersetzt „Feier zum Vergessen des Jahres“, ein Brauch zum Ende des Jahres, der auf eine lange Tradition zurückblicken kann. Bonenkai ist heute zumeist eine Feier, bei der Arbeitskollegen zusammen essen und trinken und das Jahr Revue passieren lassen. Aber nicht nur Angestellte, sondern alle möglichen Arten von Vereinigungen wie Klubs, Hobbyzirkel, Studentenvereinigungen oder einfach nur Freundeskreise veranstalten Bonenkai.

Der Ursprung der Bonenkai reicht weit in die japanische Geschichte zurück. So gilt u.a. ein Fest am Jahresende zu Ehren der Verstorbenen während der Heian-Zeit (794-1192) als ein möglicher Ursprung. In der folgenden Kamakura-Zeit (1192-1333) feierte man zum Jahresende Toshi wasure, was ebenfalls „das Jahr vergessen“ bedeutet. Allerdings unterschied sich dieses Fest noch sehr vom heutigen Bonenkai, denn dort wurden von den Angehörigen des Adels in einem sehr eleganten und festlichen Rahmen Renga, sogenannte „Kettengedichte“ verfasst und vorgetragen. Dieser Brauch wandelte sich allmählich und wurde schließlich von der ganzen Bevölkerung übernommen. Während der Edo-Zeit (1600-1867) bildete sich dann die Form von Bonenkai heraus, die heute allgemein üblich ist.

Bonenkai ist ein fester Bestandteil der japanischen Alltagskultur. Man trifft sich, um noch einmal auf das gemeinsam verbrachte Jahr zurückzublicken, um so die Arbeit im neuen Jahr mit frischer Kraft angehen zu können. Dabei ist dies zugleich eine gute Gelegenheit, Vorgesetzten oder Kollegen endlich einmal die Meinung zu sagen, insbesondere wenn im Laufe des Abends die als typisch japanisch geltende Zurückhaltung (auch dank des reichlich fließenden Sake) nachlässt. Diese "sozialhygienische Funktion" sollte nicht unterschätzt werden und sie ist ein gutes Beispiel dafür, wie es den Menschen in Japan gelingt, sich mit den Konventionen im zwischenmenschlichen Umgang zu arrangieren.

Das haben wir dann auch mal versucht ;-) Es war ein schöner Abend und Verena hat sogar endlich ihren langersehnten Fugo (Kugelfisch) gereicht bekommen. Keine Panik, sie lebt noch!

Schwere Entscheidung: was wollen wir nur essen?








Lustige Runde








Fugo
Schmeckt angeblich nach nix







Skeptischer Blick
Auch Gregor hat den Fugo überlebt










Ich mache mich morgen auf den Weg nach Tokyo und treffe mich dort mit Sarah und Markus :-) Hier mal ein kleiner Überblick meiner Reiseroute:
28.12.-02.01. Tokyo
02.01.-04.02. Osaka
04.01.-06.01. Kyoto
Am 6. nehme ich den Nachtbus nach Tokyo und fliege von dort aus wieder nach Oita zurück. Habe mein japanisches Handy dabei, bin also jederzeit für Neujahrswünsche erreichbar :-D


Ich wünsche euch allen einen guten Rutsch und alles Gute für 2008!!!
Vera

Dienstag, 25. Dezember 2007

Unsere Jungs

Hier noch ein kleiner Leckerbissen von gestern Abend: so gehen unsere Jungs auf Frauenfang:


Es weihnachtet?

Halli Hallo,

hoff ihr habt alle schöne Weihnachten gehabt, euch reich beschenken lassen und das leckere Essen genossen... Nein, ich möchte garnicht so genau wissen, welche Leckereien es bei euch so gab ;-) Wir haben uns gestern Nachmittag zunächst getroffen um den common room zu dekorieren, ab sechs Uhr sind dann alle Leute eingetrudelt und wir haben in gemütlicher Runde zusammen gefeiert. Es gab wie immer viel zu viel Essen, war aber ein lustiger Abend. Es waren sowohl Leute aus dem Wohnheim, als auch japanische Freunde da und es war doch ein guter Weihnachtsersatz.

Heute lief der Tag etwas ernüchternder ab. Verabredet war, dass wir (USA, Deutschland und Ghana) um 15 Uhr zunächst gemeinsam essen wollten (jeder sollte was mitbringen), danach sollten die Wichtelgeschenke überreicht werden. Um drei Uhr waren dann genau Verena, Garret und ich mit unserem Essen im common room, um 15.20 trudelte der nächste ein und um 15.45 waren wir dann fast komplett, das Essen kalt und man musste feststellen, dass wieder nur die üblichen Verdächtigen Essen zubereitet hatten.

Den Absatz, den ich vor einer Stunde voller Wut verfasst habe, habe ich gerad wieder gelöscht, schließlich ist ja Weihnachten und da soll man sich ja lieb haben und so. Naja, manchmal macht sich halt auch bei uns der Gruppenkoller bemerkbar und es ist frustrierend, wenn andere nur organisieren lassen und mehr oder weniger passiv mitlaufen.

Naja, genug davon, nun noch ein paar Fotos von gestern Abend!

Na, erkennt ihr Santa?
Gregor und Freddy müsstet ihr ja mittlerweile kennen!







Verena und Aya mit Santa








Oh Tannenbaum :-)











Santa mit seiner Assistentin - meine Tutorin Kyoko








Tanzeinlage: Verena und Raymond











Sie haben sich lieb: Daniel und Joseph








Kinderbelustigung mit Uno
Ich habe drei mal hintereinander gewonnen und dann wollte keiner mehr mit mir spielen :-D






Joseph mit meiner Uno-Bekanntschaft!











Junko erhält einen Santa-Crashkurs











Irgendwann haben die Jungs dann die Sahne entdeckt...








Meine Tutorin Chika








Dae's Spiel unterhält die ganze Runde








Keiko

Sonntag, 23. Dezember 2007

Hanabi in Beppu - Stell dir vor, es ist Feuerwerk und alle sitzen

Ein fröhliches Hohoho aus Japan!
Gestern Abend waren wir mit Masako und Chie zum Hanabi (Feuerwerk) in Beppu. Dies findet dort immer im Sommer und zu Weihnachten statt. Am 23. versammelt man sich dort traditionell mit Freunden, heute Abend ist das Feuerwerk den Pärchen vorbehalten. Um acht Uhr ging es los, vorher konnte man dort lecker Essen oder auch japanischen Kiddies beim Singen zuhören. Das wollte ich euch nicht vorenthalten, deshalb hier mal ein Video :-)




Besonders gut gefällt mir hier der hochmotivierte Weihnachtsmann zur Linken! Außerdem zum Schießen: Hello Kittie als Weihnachtsausgabe











Und Fotos vom Feuerwerk möchte ich euch natürlich auch nicht vorenthalten... Verwunderlich für uns: wir kamen um sechs Uhr an und die Leute haben schon ihre Sitzplätze auf dem Boden mit Decken reserviert. Eigentlich eine gute Idee, damit auch jeder was sehen kann, andererseits nicht gerade blasenentzündungsfreundlich! Ein Platz auf dem Schiff, das ihr auf dem Foto sehen könnt, wäre mit Sicherheit ganz nett gewesen, aber dafür haben wir mal wieder zu spät geplant!

Es ist Feuerwerk und alle sitzen...









...außer Vera









Auf dem Rückweg hatten wir im Zug noch ein Erlebnis der besonderen Art. Habe mich letzte Woche einmal unauffällig der Japanese Pop Culture Class angeschlossen, weil im Unterricht besprochen wurde, warum sich japanische Männer entweder so feminin oder als kleiner Gangster kleiden undundund. Das konnte ich mir doch nicht entgehen lassen. Habe nicht gedacht, dass die Exemplare, die uns in Zeitungen und Katalogen präsentiert wurden, auch wirklich auf freier Wildbahn anzutreffen sind. Und sie waren es doch... Überzeugt euch selbst.

Japanese style im Katalog




















und live :-D

Donnerstag, 20. Dezember 2007

Weihnachten und Silvester in Japan

Da immer wieder die Frage aufkommt, wie ich Weihnachten verbringen werde, hab ich mich entschlossen noch mal etwas zu diesem Thema zu schreiben!

Weihnachten in Deutschland läuft eher besinnlich und im Kreis der Familie ab und Silvester wird groß gefeiert, in Japan ist das genau anders rum. Weihnachten verbringen die Japaner eher mit Freunden bzw. Freund/Freundin und erst Silvester versammelt sich die ganze Familie. Unsere Tutoren fahren z.B. erst Ende Dezember nach Hause, um dann gemeinsam mit ihren Familien Silvester zu verbringen. In der ersten Januarwoche sind in Japan viele Einrichtungen geschlossen, manchmal sogar schon ab dem 28.12. (Da haben wir uns ja genau die richtige Reisezeit ausgesucht, unser Urlaub dauert nämlich vom 28.12.-7.1.). Silvesterparties wie in Deutschland mit einem großen Feuerwerk gibt es nicht, das Feuerwerk findet schon Weihnachten zwei mal statt, am 23. kann man mit seinen Freunden losziehen, der 24. ist den Paaren vorbehalten. Ihr seht also: verkehrte Welt. Das liegt daran, dass in Japan nur 1 % der Leute Christen sind, Weihnachten wird also eigentlich nur deshalb gefeiert, weil es Geschenke gibt. Nichtsdestotrotz ist die ganze Stadt überdekoriert und aus allen Ecken ertönt Weihnachtsmusik. Besonders gut hat mir die japanische Version von Jingle Bells gefallen...
Wir werden am 24. im Kaikan groß im common room feiern und erst am 25. gemütlich zusammen essen und mit einigen wenigen Leuten wichteln. Passen uns also der japanischen Tradition an und feiern am 24. groß mit Tutoren und Freunden, wenn wir schon unsere Familien nicht einfliegen lassen können. Für Silvester suchen wir noch einen geeigneten Ort in Tokyo, da wie gesagt nicht groß gefeiert wird, ist das garnicht so einfach. Traditionell werden wir natürlich wie die Japaner am 1. Januar einen Tempel besuchen.

Hatte mir eigentlich überlegt, nun noch Weihnachtsfotos aus dem letzten Jahr hochzuladen, aber ich glaube, dass ich die Gutmütigkeit meiner Familie/Mama in meinem vorherigen Post schon überstrapaziert habe.

In diesem Sinne: FROHE WEIHNACHTEN!!!!
Hofft ihr vermisst mich zuhause wenigstens ein wenig ;-)

Meine Woche

Ach menno, ihr seid ja Spielverderber, außer Jochen (treue Seele) hat ja keiner mitgeraten. Entschuldige das jetzt mal damit, dass ihr alle viel Stress habt, weil ihr die Weihnachtsgeschenke erst wieder kurz vor Weihnachten kauft ;-)

Also, nein, wir haben die Klimaanlage (aka größter Fön der Welt) nicht umgebaut, ich habe mich eher dem allgemeinen Trend angeschlossen und mir eine Heizdecke angeschafft. Ok, anschaffen lassen. Kein Scherz. Die Kaffeefahrt ist mir zum Glück erspart geblieben. So hält man es auch bei 17 Grad im Zimmer ohne Heizung in seinem Bett aus und die Stromrechnung ist am Ende hoffentlich nicht ganz so hoch. Haha, kann euch aber jetzt schon sagen, dass ich auch in Deutschland im Winter nicht mehr "ohne" schlafen werde. Jetzt halte ich mich noch viel lieber im Bett auf, und das tue ich ja ohnehin schon viel zu gerne. Schlafen ist doch wirklich ein günstiges Hobby!

Um unsere Klimaanlagenheizung so wenig wie möglich zu benutzen und somit Geld zu sparen, verbringen wir zur Zeit einen Großteil unserer Freizeit im common room. Da wir das Fernsehprogramm nicht verstehen, bleiben uns dort neben essen und lustigen Gesprächen wenige Alternativen, d.h. wir lernen mehr als vorher, was sich gleich positiv auf sämtliche Tests dieser Woche ausgewirkt hat.
Besonders schlimm hat es einen Chinesen getroffen, sie teilen sich mit mehreren Leuten einen family apartment und sein Schlafzimmer hat keine Klimaanlage, logischer Weise dann auch keine Heizung. Wir leiden mit ihm. Gestern hat er dann endlich seine Miniheizung überreicht bekommen, wurde auch langsam Zeit. Hatte an dieser Stelle eigentlich noch vor, über japanische, frostbeulenfeindliche Architektur zu berichten, das hat Gregor mir allerdings schon abgenommen, also verweise ich an dieser Stelle mal auf sein blog... Kein Wunder also, das es hier durch alle Ritzen zieht und dass in unserem Zimmer Kerzen aufgrund gefühlter Windstärke 10 keine Überlebenschance haben (glaubt es mir, mein Schreibtisch steht direkt am Fenster - der Kopf ist dank unseres überdimensionalen Föns schön warm, die Füße verwandeln sich durch die Windböen zu Eisklumpen). Kann allerdings froh sein, dass ich im ersten Stock wohne, die Jungs unter mir haben morgens ca. 14 Grad im Zimmer, in Josephs riesigem Apartment herrschen im Flur morgens ohne Heizung sogar nur 11 Grad. Ich werde also nie wieder meckern, sondern rufe an dieser Stelle aufgrund des allgemeinen Wohlbefindens dazu auf, mal ein paar Architekten aus Deutschland nach Japan zu schicken.

Ja, was ist diese Woche außer Lernen sonst noch so geschehen? Nicht soooo viel. Beschäftige mich viel mit sämtlichen papern und meinen geliebten Kanjis. Dienstag haben wir aber mal ein wenig Abwechselung ins Programm gebracht und den Deutschunterricht an der Uni besucht. Lisas Tutorin hat den Kontakt zu ihrem Lehrer hergestellt und so haben wir Dienstag in unserer Freistunde den Studenten zunächst Rede und Antwort gestanden. Erste Fragen der Studenten an Gregor war übrigens: "Trinkst du gerne Bier?". Natürlich...
Nach 30 Minuten ging der Unterricht dann ganz normal weiter. Uns wurde vorher gesagt, dass der Großteil der Studenten nur in diesem Kurs sitzt, weil für Wiwi und Education eine weitere Sprache neben Englisch belegt werden muss. Das hat man dann auch relativ schnell gemerkt, in der ersten Reihe wurde z.B. fröhlich vor sich hingeschlafen. Insgesamt war die Beteiligung auch eher schwach. Nach einem Jahr wählen die meisten Studenten das Fach dann ab. Ziel des Professors war es daher in einem Jahr so viel Grammatik wie möglich zu vermitteln und mir wurde mal wieder bewusst, dass Deutsch eine verdammt schwierige Sprache ist. Um so bewundernswerter ist es, dass Prof. Ikeuchi akzentfreies Deutsch spricht, er hat in den 70ern in Marburg studiert.




















Dienstag Abend hieß es dann für mich mal wieder: "Schnippschnapp Haare ab!", hab mich noch mal für die Feiertage herausputzen lassen. Und wieder hieß es 20 Minuten waschen uns massieren, 20 Minuten schneiden, 15 Minuten föhnen und noch mal 10 Minuten schneiden. Und das für 3675 Yen, da kann man nicht meckern. Kleiner Exkurs: Verena wollte gestern mal eben schnell zum Friseur gehen und hat dafür (nur schneiden...) 3 Stunden gebraucht. Mal eben schnell geht hier halt nicht ;-)

Gestern haben wir dann Johans vorübergehenden Abschied als Vorwand für ein gemeinsames Abendessen genutzt. Johan fliegt heute für zwei Wochen in Richtung Heimat, um mit seiner Freundin Weihnachten und Silvester zu feiern. Er hat mir versprochen jeden Tag einen Döner für mich zu essen ;-) Insgesamt haben sich spontan 15 Leute versammelt, was die Restaurantsuche nicht gerade einfach gemacht hat. Wir haben aber schließlich einen Italiener gefunden, der sogar relativ günstige Pizza im Angebot hatte. Verwöhnt von der super Pizza am Dienstag (ja, ich habe Nachholbedarf und war schon Dienstag mit Garret Pizza essen), war ich eher enttäuscht, als dann ein pfannkuchenartiges Etwas geliefert wurde. War lecker, aber selbst für mich nicht genug.

Ebenfalls gestern, kurz bevor wir essen wollten, ereignete sich folgende Szene im common room: Junior, oben erwähnter Chinese und ich saßen dort zum Lernen, als Joseph mit einer Rechnung den Raum betrat und einen kleinen Freudentanz aufgeführt hat. Nur 4400 Yen, nur 4400 Yen, das ist sooo günstig... Er hat sich gefreut wie ein kleines Kind und irgendwann weiter geredet: Habe mit einer Stromrechnung von 12000 Yen gerechnet, weil meine Klimaanlage 24/7 läuft. (Kleiner Exkurs: bei ihm in Ghana sind 23 Grad schon kalt) Ääääh, Joseph, du weißt aber, dass das die Wasserrechnung für zwei Monate ist und nicht die Stromrechnung???? Waaaaas, wirklich, verdammter Mist, ist das teuer. Wo kann ich mich beschweren...? So ist das halt, wenn man keine Kanjis kann - wir wissen manchmal nicht mal, was für Rechnungen wir da gerad erhalten haben bzw. zahlen sollen.

Ansonsten habe ich gestern in der Heimat den 50. Geburtstag meiner kleinen Mama (und natürlich auch ihrer Zwillingsschwester) verpasst. An dieser Stelle noch mal herzlichen Glückwunsch. Haha, bitte deine Lieblingstochter nicht dafür killen, dass sie dein Alter verraten hat und jetzt auch noch ein Foto von dir veröffentlicht ;-) Hoffe wir feiern im März eine nachträgliche Doppelschachtelparty!













So viel an dieser Stelle.... Liebste Grüße! Vera

Samstag, 15. Dezember 2007

Glühweinabend und Jazzkonzert

Hallöle,

am Freitag haben wir mit großem Erfolg die Glühweinkultur in Oita eingeführt. Einige aus dem German Circle kannten Glühwein schon, da sie bereits in PB studiert haben, andere noch nicht. Eigentlich wollten wir uns um 18 Uhr unten zusammen setzen, mussten dann aber um 16 Uhr feststellen, dass die Koreaner schneller waren und den Raum für ihre Weihnachtsfeier reserviert hatten. Also brauchten wir schnell einen Plan B und Yoseph musste dran glauben. Yoseph ist für 3,5 Jahre hier, schreibt seine Doktorarbeit und hat, warum auch immer, einen family room zugewiesen bekommen. Für 17.000 Yen (8.0000 Yen mehr als wir zahlen, wollt ich mal anmerken...) hat er eine Küche, Wohnzimmer, zwei Schlafzimmer und ein gescheites Bad. Da kommt Neid auf ;-) Naja, dafür hat er dann auch mehr siffige Tapete und ekeligen Teppich zu bieten... Es hat uns sogar eine Lehrerin mit ihrer Anwesenheit beehrt, außerdem Junkos Freund Mark, der gerad aus PB zu Besuch ist. Dem Laden, in dem wir die fünf Flaschen Glühwein gekauft haben, sind jetzt übrigens die Vorräte ausgegangen und er muss in Deutschland neuen Glühwein bestellen. Aufgrund des Wechselkurses wird eine Flasche dann gleich mal 200 Yen teurer!

Sensee, Freddy und Iwonka aus Polen








Leckerschmecker








Die Mädels: Masako, Chie und Verena








Alle lieben Yoseph :-)








Bunt gemischte Runde








Freddy und Keiko: herzallerliebst!









Gestern hat uns Verenas Tutorin Lei dann zum Jazzkonzert der Swing Brothers (Jazzband der Oita University) eingeladen. Wir haben Freikarten bekommen, wären natürlich aber auch so hingegangen und haben dort fast alle Austauschstudenten getroffen, aber eher wenige japanische Studenten. Das Konzert dauerte fast drei Stunden und hatte für jeden was dabei: Weihnachtslieder, Dixi undundund. Fasziniert hat mich während dieser drei Stunden ein älteres Ehepaar schräg vor mir, das während der ganzen Vorstellung die Augen zu hatte und gemütlich vor sich hingeschlafen hat und nur zum Klatschen in regelmäßigen Abständen aufgewacht ist. Ja, die Japaner sind die Meister des Powernap.
Etwas gestört hat mich, dass während der ersten Stunde in regelmäßigen Abständen die Tür aufging, verspätete Japaner schlichen oder trampelten herein und mussten dann aber auch noch einen Platz ganz vorne ergattern. Das war gerad für die Videoaufnahmen sehr nervig.

Meine Begleitung zur Linken: Verena, Chie und Johan








Die Herren zur Rechten und Toris








Rechte Seite, erste Reihe, zweite von links ist Verenas Tutorin Lei








Dixi








Und finally noch ein kleiner musikalischer Eindruck, der aber eher verdeutlichen soll, womit ich die ganze Zeit zu kämpfen hatte: der Herr vor mir war die meiste Zeit in der Versenkung verschwunden und hat geschlafen, hat es aber dann seltsamer Weise immer geschafft seinen Kopf auf 50 % der Bilder und in alle Videos zu drängen. Naja, bei "mindestens 15 cm" hochgegelten Haaren, auch kein Wunder




In diesem Sinne wünsche ich euch ein weiteres schönes Adventswochenende!
Vera

Donnerstag, 13. Dezember 2007

Hach ja...

Halli Hallo liebe Leute...

Als ich heute aus der Uni kam, war mein Frustrationslevel doch etwas höher. Habe versucht mir aus der Bibo Bücher auszuleihen und war nicht so ganz erfolgreich. Habe mir heute morgen die passenden Bücher für mein Researchpaper online rausgesucht, Titel, Autor und Nummer notiert und wollte die Bücher nach der Uni mal eben schnell ausleihen. Hätte doch wissen müssen, dass in Japan nichts mal eben schnell geht. In der Bibo habe ich die Bücher nicht gefunden und an der Bücherausgabe den guten Mann hinter seinem Schreibtisch gefragt, ob er mir zeigen könne, wo die Bücher sind. Leider gab es mehrere Stellen in der Bibo mit 9er Nummern gab, beschriftet mit seltsamen Kanjis, die ich nicht entziffern konnte und in keinem dieser Regale waren meine Bücher. Er war besonders hilfsbereit, hat mich vor einen Lageplan der Bibo zwei Meter weiter geschleppt, auf den zweiten Stock gezeigt und gesagt "Dort. Verstanden?" Verstanden schon, aber trotzdem nicht gefunden! Ach, wenn ich doch nur diese Kanjis beherrschen würde!

Erzählen wir mal von schöneren Dingen. Gestern hatten wir in unserem Japanese History-Kurs eine traditionell japanische Teezeremonie. Unsere Dozentin hatte einen Tea Master mit drei Helfern eingeladen und die haben uns gezeigt, wie man Tee richtig zubereitet. Jeder Gegenstand hat seinen festen Platz, nichts darf verändert werden, der Ablauf dieser Zeremonie ist seit über 400 Jahren gleich und wird von den Mastern an die Schüler weiter gegeben. Es gibt eine sehr renommierte Schule nur für Teezeremonien und selbst unsere Dozentin hat noch so einiges über Tee lernen können - wie sie vorher selbst zugegeben hat, wusste sie nämlich eigentlich garnichts. Unser Tea Master lernt seit 40 Jahren und ist seit 10 Jahren Master und hat (O-Ton) noch lange nicht ausgelernt. Zunächst wurde der Tee für uns zubereitet, danach durften wir selbst unser Glück versuchen, Gregor war sogar so mutig meinen Tee zu trinken.

Beginnen wir aber von vorne. Zunächst hat unser Tea Master alle Gebrauchsgegenstände gereinigt, abgestellt und dann vorschriftsgemäß Tee in die Schale gefüllt, Wasser dazu gegeben und das ganze vermischt. Es gibt ganz bestimmte Vorschriften , welcher Gegenstand mit welcher Hand hochgenommen werden muss und welcher Gegenstand wann wieder abgesetzt werden darf, das hätte ich ja nicht gedacht. Für Johan und mich, die Linkshänder im Kurs, wurden da mal Ausnahmen gemacht, für uns lief die Zeremonie "spiegelverkehrt" ab.

An dieser Stelle ein kurzer Exkurs: Linkshänder scheint es in Japan extrem selten zu geben, jeder ist erstaunt und entzückt zugleich uns schreiben zu sehen!

Bevor der Tee getrunken werden darf, nimmt man zunächst eine Art Süßigkeit zu sich, die Konsistenz ist sehr gewöhnungsbedürftig und das ganze ist abscheulich süß, aber nur mit diesem "Vorgeschmack" kann man später den bitteren grünen Tee trinken. Habe übrigens die ganze Vorbereitung mitgemacht, aber den Tee nicht getruken, dachte mir, dass das wohl besser so ist!
Hier mal zwei Fotos, die mir unsere Dozentin eben geschickt hat:

Fleißige Schülerin. Schade nur, dass ich den Tee nicht trinken konnte








Die Chaostruppe








Der Tag gestern wurde dann gekrönt von einem koreanischen Abendessen, dass Kyung-hee und Dae in Dae's Wohnung zubereitet haben, nachdem wir in den letzten Tage nur von leckerem koreanischen Essen geschwärmt haben :-) Auch wenn die Kombination ein wenig seltsam war, gab es dazu deutschen Glühwein und hinterher noch eine Art koreanische Pizza. Danach wurden die Spiele ausgepackt und wir haben noch einen lustigen Abend bei Dae verbracht.
Morgen werden wir dem German Circle den Glühwein näher bringen und Samstag hat uns Verenas Tutorin zu einem Jazz-Konzert eingeladen, ich bin gespannt. Ansonsten versuche ich (mehr oder weniger vergebens) die Kanjis in meinen Kopf zu bekommen und mein Research Paper voranzutreiben. Vielleicht sollte ich doch einfach weiterhin alle Bücher über Amazon in Deutschland bestellen, die liefern recht fix ;-)

Hier noch die Fotos vom Kochen:

Hunger????








Da freut sich aber jemand über WARMES Essen :-)











Unsere Gastgeber








Mit welch einfachen Dingen man uns einen ganzen Abend begeistern kann...







... da fliegen dann irgendwann schon mal die Schwerter durch die Luft :-)












Ach ja, bin in letzter Zeit einige Male gefragt worden, wie ich Weihnachten verbringen werde. Bleibe in Oita und wir veranstalten im Wohnheim eine Party. Die mussten wir uns allerdings vom International Office genehmigen lassen, genaue Teilnehmerzahlen angeben (unser Wohnheim, Wohnheim an der Uni, sonstige Studenten der Uni, Nichtstudenten - kein Kommentar) und um 10 muss dann wie üblich Schluss sein. Und wir wurden ungefähr 30 mal darauf hingewiesen keinen Lärm zu machen. Die beste Frage überhaupt. "Wenn ihr bis 10 Uhr den Raum verlassen müsst, wann wollt ihr denn dann aufräumen?" "Ääääh, so ab 9.30?" Man traut uns aber auch nichts zu.

Gestern haben wir uns dann im International Office ein wenig unbeliebt gemacht, da wir es gewagt haben etwas zu hinterfragen.

Kleiner Exkurs: Garret hat das schon ein wenig eher geschafft, da er mehrmals detailliert nachgefragt hat, wofür denn die Cleaning Fee verwendet wird - bis dann endlich Ende Oktober die Putzkolonne kam.

Unsere Frage war etwas freundlicher, wir wollten einfach nur wissen, wann die Abschiedsparty der Uni stattfinden soll. Bis jetzt wissen wir noch kein Datum und wir wollen aber unsere Tickets nach Okinawa aus dem Airpass (wir in Deutschland schon gekauft hatten, aber noch kein Datum festgelegt, super günstige Alternative!) endlich mit einem Datum versehen. Ooooh, böser Fehler, wir haben das ganze Büro in helle Aufregung versetzt. Wahrscheinlich Ende Januar, evtl. am 25. war die Antwort. Vielleicht aber auch Anfang Februar. Mehr sagen wir euch Ende Dezember. Ja, jetzt sind wir genau so schlau wie vorher... Verena hat noch mal genauer nachgefragt, da wir sonst evtl. keine Flüge mehr bekommen und die Gesichter der Angestellten wurden schon etwas weniger freundlich. Wir sagen es euch Ende Dezember! Aber das ist zu spät! Wir sagen es euch so schnell wie möglich! Und man sah den Gesichtern an, dass keine Diskussion mehr erwünscht war.

In diesem Sinne: gute Nacht!

P.S: Das klingt jetzt so, als wäre hier alles schlecht, ist es natürlich nicht. Manchmal ist es nur nicht so einfach permanent wie eine 5-jährige behandelt zu werden!

Dienstag, 11. Dezember 2007

Decision-making für Anfänger - oder auch - Viele Grüße aus dem japanischen Weihnachtswahnsinn

Liebe Leute,

am Wochenende ist bei mir leider überhaupt nichts spannendes passiert, haben die Zeit im Kaikan verbracht, DVDs geschaut und Vokabeln gelernt. Sehr spektakulär also... Deshalb gibt es an dieser Stelle auch keine neuen Fotos, die ich euch präsentieren könnte - ein riesengroßes SORRY nach Hause :-P

Stattdessen müsst ihr euch zunächst anhören, wie unsere heutige Japanese Management Class verlaufen ist, mir ist es mal wieder schwer gefallen gaaaaanz ruhig zu bleiben. Problem der heutigen Vorlesung: drei Gruppen bilden für die dritte. und letzte Präsentation im Januar, bei neun Leuten im Kurs ist das ja theoretisch recht einfach. Nur halt nicht in Japan. Zur ersten Präsentation wurden wir nach Nationalitäten eingeteilt, zur zweiten Präsi wollte er uns neu mischen, aber auch irgendwie aus sprachlichen Gründen die Nationen nicht trennen (4* China, 3* Deutschland, 1* Schweden, 1* USA; mein Vorschlag die Nationen doch so gut wie möglich aufzuteilen wurde überhört, letztendlich bekam jeder sein Wunschthema, schwere Geburt) und nu musste noch mal eine neue Mischung her. Neuer Vorschlag meinerseits: einfach willkürlich unsere Namenskarten auf drei Gruppen zu verteilen und gut ist - wurde nicht angenommen, man muss es ja jedem Recht machen. Neue Idee unseres Professors: wir schreiben alle neun Namen an die Tafel und spielen Adomi - ein lustiges Spiel mit vielen Linien, das einen nach langem Hin und Her in Gruppen einteilt, in Japan und China wohl sehr beliebt. Naja, irgendwann war es dann vollbracht, und ich bin, oh Wunder, zum dritten Mal mit Gregor in einer Gruppe. So viel zum Thema neue Gruppen...

Nächstes Thema: Weihnachten. Wir befinden uns gerad im reinsten Weihnachtsgeschenkekaufrausch und dass, obwohl hier nur 1 % der Bevölkerung Christen sind. Die ganze Stadt blinkt und glitzert und die Läden versuchen sich gegenseitig mit ihrer Weihnachtsmusik zu übertönen. Es ist ein Fest! Naja, wenn es um Weihnachtsbäume geht, dann sieht man das ganze nicht so eng, am Bahnhof der Uni ist der Baum hängen u.a. Ernie und Bert. Hauptsache halt bunt und auffallend. Mehr zum Thema Weihnachten in Japan findet ihr unter http://www.daserste.de/weltspiegel/beitrag_dyn~uid,tyd113v1oelfbhnk~cm.asp, kann das alles nur bestätigen! (Kleiner Exkurs: unser Nachbarstädtchen Beppu hat ein Love-Hotel mit Jurassic Park-Motto. Nicht, dass ich da schon mal drin gewesen wäre. Manchmal machen mir die Japaner doch Angst!)

Letzen Freitag haben wir im German Circle ein wenig Aufklärungsarbeit betrieben und darüber berichtet, wie in Deutschland Weihnachten gefeiert wird. Sachen wie Krippenspiel oder Knecht Ruprecht waren bislang noch kein Begriff, das werden wir diesen Freitag bei einer gemütlichen Glühweinrunde noch mal vertiefen. Der muss für 1050 Yen pro Flasche aber dann auch besonders gut schmecken!

In diesem Sinne: liebe Grüße ins vorweihnachtliche Deutschland mit all den tollen Weihnachtsmärkten undundund!
Vera

Samstag, 8. Dezember 2007

Aus den Augen, aus dem Sinn? Die Nachteile des Bloggens

Bei unserem gemütlichen Starbucks-Samstagsfrühstück haben wir uns heute über bloggen und Feedback aus der Heimat unterhalten und dabei festgestellt, dass sich unsere Erfahrungen decken: hier im fernen Asien ist die Zahl der Leute, die sich regelmäßig bei uns melden, nicht soooo groß.

Klar, die Familie ruft regelmäßig an, besonders die Mamas wollen ja schließlich wissen, ob die lieben Kinderlein auch genug essen etc.! Auch über ICQ, Skype oder studivz kommuniziert man mit einigen, aber meistens ist man es doch selbst, der sich bei den anderen meldet und Neuigkeiten aus der Heimat erfahren will. Enttäuscht muss dann manchmal feststellen, dass vermeindliche Freunde sich seit Abflug in Deutschland nicht mehr gemeldet haben.

Die Vorteile eines Blogs sind offensichtlich: man informiert immer auf einen Streich alle Leute über sein Leben im Ausland und überschwemmt die Postfächer nicht mit Fotos. Nachteil: man bekommt kaum Rückmeldungen. Das Leben im fernen Deutschland geht schließlich auch für die Daheimgebliebenen ohne uns wie gewohnt weiter. Verfasse aus diesem Grund auch öfter mal Mails, aber auch diese werden gewöhnlich eher spärlich beantwortet. Den Satz "Habe zu viel Unistress" habe ich in den letzten beiden Monaten verdammt oft gehört. Mal ehrlich: kann man zuviel Stress haben, um mal eben fünf Minuten eine E-Mail zu beantworten?

Möchte hiermit niemandem auf den Schlips treten, sondern einfach nur unsere Sichtweise einmal deutlich machen... Und es gibt ja zum Glück noch genug treue Seelen, die hier fleißig kommentieren oder mich per Mail bzw Messenger auf dem Laufenden halten! An dieser Stelle mal ein großes DANKE dafür!

Die liebe Vera

Dienstag, 4. Dezember 2007

Wenn ich schon mal dabei bin...

... reiche ich auch noch die Fotos von Martins Besuch und unserem Ausflug nach Nagasaki nach!
Seht selbst!

Sightseeingtour in Oita, zusammen mit Verena und Yoseph









Die Mädels (Verena, Chie und ich) - gesättigt vom Essen!









Unser Kleiner: gesättigt und müde...









Martin in Nagasaki












Kimonoparty im Ryokan
In diesen klassischen Hotels schläft man übrigens nur auf Futons. Ist aber eigentlich ganz angenehm!























Männer und Orientierung












Blick aus dem Glover Garden auf Nagasaki









Müde Touris









Und endlich die ganze Reisegruppe im Glover Garden









Peace Parc in Nagasaki mit der Fountain of Peace, deren Form an eine Friedenstaube erinnern soll








Noch eine Gedänkstätte, die sich quasi unter der Wasseroberfläche befindet.









Und so gedenkt man dort der Opfer









Und noch ein paar Köstlichkeiten zum Schluss...
Brauchen wir nicht auch alle einen After Shot?
Das blaue Schild unten besagt übrigens, dass das Zeug auch noch kalt ist. Manche Automaten "verkaufen" aber auch warme Getränke.





Iiiieh pfui bah
Habe todesmutig KitKat Apfel probiert, das schmeckt wie Schoki mit Hubba Bubba-Füllung. An die Variante mit grünem Tee habe ich mich dann gar nicht erst herangewagt.
KitKat Cookie hingegen , leider nicht im Bild, schmeckt wieder sehr gut!