Donnerstag, 13. Dezember 2007

Hach ja...

Halli Hallo liebe Leute...

Als ich heute aus der Uni kam, war mein Frustrationslevel doch etwas höher. Habe versucht mir aus der Bibo Bücher auszuleihen und war nicht so ganz erfolgreich. Habe mir heute morgen die passenden Bücher für mein Researchpaper online rausgesucht, Titel, Autor und Nummer notiert und wollte die Bücher nach der Uni mal eben schnell ausleihen. Hätte doch wissen müssen, dass in Japan nichts mal eben schnell geht. In der Bibo habe ich die Bücher nicht gefunden und an der Bücherausgabe den guten Mann hinter seinem Schreibtisch gefragt, ob er mir zeigen könne, wo die Bücher sind. Leider gab es mehrere Stellen in der Bibo mit 9er Nummern gab, beschriftet mit seltsamen Kanjis, die ich nicht entziffern konnte und in keinem dieser Regale waren meine Bücher. Er war besonders hilfsbereit, hat mich vor einen Lageplan der Bibo zwei Meter weiter geschleppt, auf den zweiten Stock gezeigt und gesagt "Dort. Verstanden?" Verstanden schon, aber trotzdem nicht gefunden! Ach, wenn ich doch nur diese Kanjis beherrschen würde!

Erzählen wir mal von schöneren Dingen. Gestern hatten wir in unserem Japanese History-Kurs eine traditionell japanische Teezeremonie. Unsere Dozentin hatte einen Tea Master mit drei Helfern eingeladen und die haben uns gezeigt, wie man Tee richtig zubereitet. Jeder Gegenstand hat seinen festen Platz, nichts darf verändert werden, der Ablauf dieser Zeremonie ist seit über 400 Jahren gleich und wird von den Mastern an die Schüler weiter gegeben. Es gibt eine sehr renommierte Schule nur für Teezeremonien und selbst unsere Dozentin hat noch so einiges über Tee lernen können - wie sie vorher selbst zugegeben hat, wusste sie nämlich eigentlich garnichts. Unser Tea Master lernt seit 40 Jahren und ist seit 10 Jahren Master und hat (O-Ton) noch lange nicht ausgelernt. Zunächst wurde der Tee für uns zubereitet, danach durften wir selbst unser Glück versuchen, Gregor war sogar so mutig meinen Tee zu trinken.

Beginnen wir aber von vorne. Zunächst hat unser Tea Master alle Gebrauchsgegenstände gereinigt, abgestellt und dann vorschriftsgemäß Tee in die Schale gefüllt, Wasser dazu gegeben und das ganze vermischt. Es gibt ganz bestimmte Vorschriften , welcher Gegenstand mit welcher Hand hochgenommen werden muss und welcher Gegenstand wann wieder abgesetzt werden darf, das hätte ich ja nicht gedacht. Für Johan und mich, die Linkshänder im Kurs, wurden da mal Ausnahmen gemacht, für uns lief die Zeremonie "spiegelverkehrt" ab.

An dieser Stelle ein kurzer Exkurs: Linkshänder scheint es in Japan extrem selten zu geben, jeder ist erstaunt und entzückt zugleich uns schreiben zu sehen!

Bevor der Tee getrunken werden darf, nimmt man zunächst eine Art Süßigkeit zu sich, die Konsistenz ist sehr gewöhnungsbedürftig und das ganze ist abscheulich süß, aber nur mit diesem "Vorgeschmack" kann man später den bitteren grünen Tee trinken. Habe übrigens die ganze Vorbereitung mitgemacht, aber den Tee nicht getruken, dachte mir, dass das wohl besser so ist!
Hier mal zwei Fotos, die mir unsere Dozentin eben geschickt hat:

Fleißige Schülerin. Schade nur, dass ich den Tee nicht trinken konnte








Die Chaostruppe








Der Tag gestern wurde dann gekrönt von einem koreanischen Abendessen, dass Kyung-hee und Dae in Dae's Wohnung zubereitet haben, nachdem wir in den letzten Tage nur von leckerem koreanischen Essen geschwärmt haben :-) Auch wenn die Kombination ein wenig seltsam war, gab es dazu deutschen Glühwein und hinterher noch eine Art koreanische Pizza. Danach wurden die Spiele ausgepackt und wir haben noch einen lustigen Abend bei Dae verbracht.
Morgen werden wir dem German Circle den Glühwein näher bringen und Samstag hat uns Verenas Tutorin zu einem Jazz-Konzert eingeladen, ich bin gespannt. Ansonsten versuche ich (mehr oder weniger vergebens) die Kanjis in meinen Kopf zu bekommen und mein Research Paper voranzutreiben. Vielleicht sollte ich doch einfach weiterhin alle Bücher über Amazon in Deutschland bestellen, die liefern recht fix ;-)

Hier noch die Fotos vom Kochen:

Hunger????








Da freut sich aber jemand über WARMES Essen :-)











Unsere Gastgeber








Mit welch einfachen Dingen man uns einen ganzen Abend begeistern kann...







... da fliegen dann irgendwann schon mal die Schwerter durch die Luft :-)












Ach ja, bin in letzter Zeit einige Male gefragt worden, wie ich Weihnachten verbringen werde. Bleibe in Oita und wir veranstalten im Wohnheim eine Party. Die mussten wir uns allerdings vom International Office genehmigen lassen, genaue Teilnehmerzahlen angeben (unser Wohnheim, Wohnheim an der Uni, sonstige Studenten der Uni, Nichtstudenten - kein Kommentar) und um 10 muss dann wie üblich Schluss sein. Und wir wurden ungefähr 30 mal darauf hingewiesen keinen Lärm zu machen. Die beste Frage überhaupt. "Wenn ihr bis 10 Uhr den Raum verlassen müsst, wann wollt ihr denn dann aufräumen?" "Ääääh, so ab 9.30?" Man traut uns aber auch nichts zu.

Gestern haben wir uns dann im International Office ein wenig unbeliebt gemacht, da wir es gewagt haben etwas zu hinterfragen.

Kleiner Exkurs: Garret hat das schon ein wenig eher geschafft, da er mehrmals detailliert nachgefragt hat, wofür denn die Cleaning Fee verwendet wird - bis dann endlich Ende Oktober die Putzkolonne kam.

Unsere Frage war etwas freundlicher, wir wollten einfach nur wissen, wann die Abschiedsparty der Uni stattfinden soll. Bis jetzt wissen wir noch kein Datum und wir wollen aber unsere Tickets nach Okinawa aus dem Airpass (wir in Deutschland schon gekauft hatten, aber noch kein Datum festgelegt, super günstige Alternative!) endlich mit einem Datum versehen. Ooooh, böser Fehler, wir haben das ganze Büro in helle Aufregung versetzt. Wahrscheinlich Ende Januar, evtl. am 25. war die Antwort. Vielleicht aber auch Anfang Februar. Mehr sagen wir euch Ende Dezember. Ja, jetzt sind wir genau so schlau wie vorher... Verena hat noch mal genauer nachgefragt, da wir sonst evtl. keine Flüge mehr bekommen und die Gesichter der Angestellten wurden schon etwas weniger freundlich. Wir sagen es euch Ende Dezember! Aber das ist zu spät! Wir sagen es euch so schnell wie möglich! Und man sah den Gesichtern an, dass keine Diskussion mehr erwünscht war.

In diesem Sinne: gute Nacht!

P.S: Das klingt jetzt so, als wäre hier alles schlecht, ist es natürlich nicht. Manchmal ist es nur nicht so einfach permanent wie eine 5-jährige behandelt zu werden!

1 Kommentar:

  1. tea master...was es nicht alles gibt.
    wie wärs mit einem über-die-straße-führ-master?;)

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